635-Methode, in kurzer Zeit viele zusammenhängende Ideen generieren
635-Methode, in kurzer Zeit viele Ideen
Die 635-Methode ist eine Brainwriting-Technik und eignet sich besonders gut, um in kurzer Zeit viele zusammenhängende und auf einander aufbauende Ideen zu generieren. Sie ist dem Brainstorming verwandt, hat jedoch den Vorteil, dass Ideen direkt dokumentiert werden. Die 635-Methode lässt sich gut im Anschluss an ein Brainstorming durchführen, um
genannte Ideen weiter zu vertiefen. Dadurch können Vorschläge nicht in der Diskussion untergehen und der beim Brainstorming häufiger auftauchende Effekt der Blockade kann weitestgehend vermieden werden. Durch die 635-Methode bietet sich sowohl extrovertierten, als auch introvertierten Teilnehmern gleichermaßen die Chance zur Beteiligung.
Um die 635-Methode anzuwenden, erhalten sechs Teilnehmer jeweils ein Blatt Papier. Dieses ist in drei Spalten und sechs Zeilen unterteilt. Nun trägt jeder in die oberste Zeile eine Idee pro Spalte ein. Nach angemessener Zeit werden die Blätter im Uhrzeigersinn weitergereicht und die Teilnehmer greifen die Ideen ihres Vorgängers auf,
um ihrerseits drei Ideen dazu zu schreiben. Dies wird weitere vier mal wiederholt, bis die Runde abgeschlossen ist. Im Idealfall erzeugt man mit der 635-Methode 108 Ideen (6 Teilnehmer x 3 Ideen x 6 Zeilen). Um brauchbare Vorschläge zu erhalten, können die Beiträge im Anschluss in der Gruppe diskutiert werden.
Eine anschauliche Anwendung der 635-Methode mit notionCube 2011 entnehmen Sie der Abbildung.
Alternativ sind natürlich andere Kombinationen der 635-Methode möglich, abhängig von der Anzahl der teilnehmenden Personen und von der Komplexität des Themas. In diesem Falle sechs Personen, drei Ideen, fünf Weitergaben. Die verbreitete Meinung die letzte Ziffer bezöge sich auf den Zeitraum, der pro Bearbeitung angedacht sei, ist im ursprünglichen Artikel des
Erfinders Professor Bernd Rohrbach so nicht zu lesen. Die letzte Ziffer bezieht sich demnach nur auf die Anzahl der Weitergaben. Die Bedenkzeit pro Bearbeitung sollte nicht zu kurz gehalten werden, damit die Teilnehmer sich nicht unter Druck gesetzt fühlen. Es kann sinnvoll sein den Teilnehmern nach jeder Weitergabe mehr Zeit zur Bearbeitung zu geben.
Nachteile der 635-Methode liegen in ihrem recht starren Ablauf, was sich oft hinderlich auf die Kreativität der Beiträge auswirken kann. Die Qualität der Beiträge kann auch darunter leiden, dass man häufig nur innerhalb der Ideenbandbreite des Vorgängers bleibt. Des Weiteren lassen sich bei der 635-Methode auftretende Redundanzen nicht vermeiden, was die Anzahl der generierten Ideen vermindert.